Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Sehr geehrte Damen und Herren (Handschrift)

Unser 147. Geschäftsjahr war in vielerlei Hinsicht ein Jahr der Gegensätze. Wir erzielten ein gutes operatives Ergebnis. Gleichzeitig wirkten sich jedoch die heftigen Turbulenzen infolge der internationalen Finanzkrise auf unsere Aktivitäten und unser Resultat aus. In diesem Umfeld konnten wir auf unser diversifiziertes Geschäftsmodell und unsere traditionellen Stärken bauen: Sicherheit, Stabilität, Kontinuität und Kundennähe.

Dr. Hans-Werner Gassner – Präsident des Verwaltungsrates (Foto)

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft erreichte CHF 243.0 Mio. (+10.0 %). Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft ging um 15.3 Prozent auf CHF 268.2 Mio. zurück. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich auf CHF 313.6 Mio. (+15.1 %). Die Krise an den Finanzmärkten führte zu einem im Vergleich zum Vorjahr tieferen Konzernergebnis von CHF 150.6 Mio. (–38.1 %). Der Rückgang ist insbesondere durch Wertkorrekturen auf dem eigenen Wertschriftenbestand (minus CHF 97.2 Mio.) bedingt. Das den Aktionären der LLB AG zustehende Ergebnis betrug CHF 144.7 Mio. oder CHF 5.08 pro LLB-Aktie.

Die fallenden Aktienmärkte und die Währungsschwankungen blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Kundenvermögen. Diese lagen mit CHF 46.1 Mia. um 23.1 Prozent unter dem Vorjahr. Der Netto-Neugeld-Abfluss belief sich auf CHF 0.6 Mia.

Gute operative Ergebnisse in allen Segmenten

Im Segment Kunden Inland verzeichneten wir ein steigendes Hypothekarvolumen und einen kontinuierlichen Zufluss von Neugeldern (CHF 177 Mio.). Die Kundenvermögen gingen um 15.5 Prozent auf CHF 13.8 Mia. zurück. Das Segmentergebnis vor Steuern lag mit CHF 59.6 Mio. um 25.4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wir konnten unsere Stellung in den Heimmärkten Liechtenstein und Schweiz weiter stärken. Mit dem Bank-Linth-Standort in Meilen, der im November 2008 eröffnet wurde, intensivieren wir unser Private Banking im attraktiven Wirtschaftsraum Zürichsee.

Zusammen mit Swiss Re haben wir im Berichtsjahr die Elips Life AG gegründet, die sich auf die Deckung der Risiken Tod und Invalidität konzentriert. Ab Januar 2009 übernehmen wir die Geschäftsführung der Pensionskasse ALVOSO. Zudem bauen wir mit der Schaffung des Bereichs «Finanzplanung und Vorsorge» unsere Marktposition als Spezialist für die berufliche Vorsorge aus.

Dr. Josef Fehr – Vorsitzender der Geschäftsleitung (Foto)

Im Segment Kunden International wurde das Ergebnis von der Finanzkrise und der deutschen Steueraffäre beeinflusst. Trotzdem konnten wir einen leichten Netto-Neugeld-Zufluss von CHF 85 Mio. verzeichnen. Die Kundenvermögen gingen um 23.5 Prozent auf CHF 10.3 Mia. zurück. Das Segmentergebnis vor Steuern erreichte CHF 54.5 Mio. (Vorjahr: CHF 75.4 Mio.). Trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes haben wir Ressourcen für künftiges Wachstum bereitgestellt. In Zürich bezog die Liechtensteinische Landesbank (Schweiz) AG an der Stampfenbachstrasse ein neues Bürogebäude, das genügend Raum für weiteres Wachstum bietet. Nach Abu Dhabi verfügen wir seit November 2008 am Standort Dubai über eine zweite Repräsentanz im Mittleren Osten.

Im Segment Institutionelle Kunden gingen die Kundenvermögen um 27.2 Prozent auf CHF 22.0 Mia. zurück. Der Netto-Neugeld-Abfluss von CHF 834 Mio. ist auf den Abzug der Vermögen eines grossen institutionellen Kunden sowie auf Abflüsse bei Depotbankvermögen und eigenverwalteten Fonds zurückzuführen. Das Segmentergebnis vor Steuern betrug CHF 125.0 Mio. Nach starkem Wachstum in den vergangenen Jahren stand im Berichtszeitraum die Optimierung der Effizienz im Vordergrund. Wir haben verschiedene Prozesse überprüft und das «LLB Fund Cockpit», eine workflow-gesteuerte Datenbank für das Private Labelling, entwickelt. Als One-Stop-Shop bieten wir unseren Kunden in diesem Bereich eine zentrale Anlaufstelle.

Neue Bankensoftware für die LLB-Gruppe

Mit dem Entscheid, die Bankensoftware «Avaloq» einzuführen, haben wir die Weichen für die Zukunft gestellt. Die neue Gesamtbanklösung wird ab 2011 gruppenweit eingesetzt. Bei «Avaloq» handelt es sich jedoch nicht nur um ein IT-Projekt: Wir können damit auch vorhandene Synergiepotenziale in der gesamten Unternehmensgruppe nutzen. Deshalb überprüfen wir bei der Implementierung unsere operativen Prozesse und führen auf Gruppenebene zentrale Dienste zu Kompetenzzentren zusammen.

Intensivierte Risikokontrolle

Die internationale Bankenkrise und die damit einhergehenden Turbulenzen an den Börsen brachten tiefe Einschnitte in die Finanzindustrie und die Realwirtschaft. Angesichts dieser Rahmenbedingungen haben wir unsere Risikoüberwachung verstärkt und – wo nötig – Massnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Entsprechend unserer konservativen und umsichtigen Risikopolitik haben wir weder Subprime-Hypotheken in die USA vergeben noch in US-Hypothekenpapiere investiert. Im Interbankengeschäft erhöhten wir als Vorsichtsmassnahmen die Liquidität und kürzten Limiten, um allfällige Klumpenrisiken zu senken. Wir waren auch bereit, dadurch Ertragsrückgänge in Kauf zu nehmen.

Bezüglich Finanzierung und Liquidität ist die LLB-Gruppe in einer starken Position: Wir verfügen über eine sehr solide Ausstattung an Eigenkapital und unsere Tier 1 Ratio beträgt 13.5 Prozent. Damit liegen wir nicht nur weit über den gesetzlichen Anforderungen, sondern nehmen auch im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Dank unserer Bilanzstruktur sind wir nicht auf den Kapitalmarkt angewiesen; unsere Finanzierung erfolgt über die Kundengelder.

Neue Organisationsstruktur

Ab 1. Januar 2009 wird unsere Gruppenleitung, die gleichzeitig auch die Geschäftsleitung unseres Stammhauses ist, erweitert und neu organisiert. Es werden vier Verantwortungsbereiche gebildet: Märkte Inland und Institutionelle, Markt International, Corporate Service Center und Gruppenleitung CEO. Wir freuen uns, dass wir mit Roland Matt und Dr. Kurt Mäder zwei Führungskräfte aus den eigenen Reihen in der Geschäftsleitung begrüssen dürfen. Roland Matt wird zuständig für die Märkte Inland und Institutionelle, Dr. Kurt Mäder für das Corporate Service Center. Elfried Hasler übernimmt den Bereich Markt International. Dr. Josef Fehr hat wie bisher den Vorsitz der Geschäftsleitung inne. Norman Oehri tritt aufgrund der bestehenden Altersbeschränkung von 57 Jahren für Geschäftsleitungsmitglieder der LLB aus der Gruppenleitung aus. Sein Know-how bleibt der Bank jedoch weiterhin erhalten. Per 1. Januar 2009 übernimmt Norman Oehri die Leitung der neuen Einheit Special Clients.

Wechsel im Verwaltungsrat

Mit der Generalversammlung am 8. Mai 2009 werden Dr. Michael Ritter, lic. oec. Helmuth Elkuch und Peter Harald Frommelt nach sieben beziehungsweise acht Jahren aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. Sie zeichneten massgeblich für die strategische Neuausrichtung der LLB-Gruppe zu Beginn des laufenden Jahrtausends verantwortlich. Wir danken ihnen für ihren grossen Einsatz in zum Teil schwierigen Zeiten sowie für die stets konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle der LLB-Gruppe.

Dividende

Der Verwaltungsrat ist zuversichtlich, die operative Leistung der LLB-Gruppe weiter steigern zu können. Zudem geht er davon aus, dass sich auch das Finanzresultat künftig wieder stabilisieren wird. Er beantragt daher an der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von CHF 3.40 pro LLB-Aktie. Die Dividendenrendite beträgt damit bezogen auf den Jahresschlusskurs 6.7 Prozent.

Ausblick

Gerade die aktuellen Rahmenbedingungen beweisen die Richtigkeit unserer Drei-Säulen-Strategie, mit der wir unsere Geschäftstätigkeit ausdehnen und breiter abstützen können: Die Festigung des Heimmarktes Liechtenstein, der Ausbau der Aktivitäten in der Schweiz und der Aufbau neuer Märkte behalten auch 2009 ihre Gültigkeit. Deshalb planen wir für die zweite Hälfte 2009 die Eröffnung einer Bank in Wien. Langfristig beurteilen wir die Wachstumsperspektiven unseres Unternehmens zuversichtlich und halten an unseren mittelfristigen Zielen fest: Wir wollen Netto-Neugelder von mindestens 3 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent erreichen, eine Tier 1 Ratio von 12 Prozent halten und eine Cost-Income-Ratio ausweisen, die im internationalen Spitzenfeld liegt.

Dank

Dank (Handschrift)
Dr. Josef Fehr – Vorsitzender der Geschäftsleitung (Unterschrift)

Dr. Josef Fehr
Vorsitzender der Geschäftsleitung

Dr. Hans-Werner Gassner – Präsident des Verwaltungsrates (Unterschrift)

Dr. Hans-Werner Gassner
Präsident des Verwaltungsrates